ABS/ASA-Gehäuse prüfen
ABS- und ASA-Gehäuse: Verzug, Risse und Passung
Eine abgehobene Ecke, eine gerissene Wand und ein klemmender Deckel sind unterschiedliche Fehler. Den Entstehungszeitpunkt festhalten, bevor das Profil geändert wird. Dieser WJ-Leitfaden behandelt getrennte ABS- und ASA-Sorten, kein ABS/ASA-Gemisch, und verbindet Diagnose mit Muster- und Montageprüfung.
Kurzantwort für Einkäufer
Für WJ ABS- oder ASA-Gehäuse zuerst genaue Sorte und Fehlerzeitpunkt erfassen. Erste Schicht, thermische Bedingungen, Extrusion und Geometrie getrennt prüfen; anschließend abgekühltes Gehäuse, Bohrungen und Deckel anhand der Zeichnung messen. WJ veröffentlicht sortenspezifische Ausgangsdaten, kein Universalprofil oder Bauteilversprechen. Muster, Profil und Abnahmeprotokoll zusammen aufbewahren; keine neuen WJ-Gehäusetests werden vorgelegt.
1. Fehlerphase bestimmen
Foto und erste betroffene Schicht beziehungsweise Zeitpunkt speichern. Nicht haftende erste Bahnen, später abhebende Basis, Riss während des Drucks und Schaden erst beim Verschrauben unterscheiden. Beobachtungen lenken die Prüfung, beweisen aber noch keine Ursache.
| Symptom / Zeitpunkt | Nächste Prüfung | Vergleich dokumentieren |
|---|---|---|
| Erste Bahnen haften nicht | Oberfläche, Nivellierung, erste Schicht | Oberfläche, Profil, Foto |
| Ecken heben später ab | Zugluft, Temperaturstabilität, Grundfläche, Halt | Schicht/Zeit, Position, Referenz |
| Wandriss beim Druck | Schichtgrenze, Förderung, Materialzustand, Kühlung | Rissposition, Profil, Nachbarbahnen |
| Unterkante zu breit | Erstschichtaufweitung oder Gesamtmaß | Untere/obere Maße nach Abkühlung |
| Bohrung oder Deckel versetzt | Zeichnung, Richtung, Verformung, Nacharbeit | Lochmitten/-maße, Deckeleingriff, Stand |
| Riss beim Verschrauben | Domgeometrie, Ausrichtung, Montage | Vorher/nachher, vorgeschriebener Ablauf |
2. Genaue WJ-Sorte verwenden
ABS- und ASA-Referenzen: V1.0 vom 1. August 2026. Die Bereiche sind Startvorgaben, kein validiertes Gehäuseprofil. Aktuelles TDS, Farbe/Charge, Anlagengrenzen, Druckoberfläche, Konditionierung und zugelassene Einhausung bestätigen. Kein Fremdprofil für ABS/ASA-Gemisch übertragen; ASA-CF gesondert bewerten. Prozesstemperatur ist keine Einsatztemperatur.
| WJ-Dokument: Ausgangsbereich | ABS | ASA |
|---|---|---|
| Düsentemperatur · °C | 230–250 | 240–260 |
| Betttemperatur · °C | 80–100 | 90–100 |
3. Abhebende Ecken untersuchen
Haften erste Bahnen nicht, Oberflächenvorbereitung, Nivellierung und erste Schicht nach Anlagenvorgabe prüfen. Hebt eine zuvor gute Basis später ab, Zugluft, thermische Stabilität, Grundfläche und Wandaufbau untersuchen. Nur freigegebene Einhausung samt Lüftung verwenden. Brim oder Geometrie einzeln testen und Entfernung sowie Endmaße prüfen; stärkere Haftung allein klärt die Ursache nicht.
4. Schichtriss von Extrusionslücke trennen
Rissverlauf und Vollständigkeit benachbarter Bahnen prüfen. Kühlung, Düse/Profil, Materialzustand und Förderkontinuität erfassen; auch Verunreinigung, Geometrie und Montagelast beachten. Jeweils einen zulässigen Faktor ändern. Bauteil- und Kühlkörperlüfter haben verschiedene Aufgaben: Kühlkörperlüfter nicht zur Änderung der Bauteilkühlung abschalten. Fotos belegen keine Verbundfestigkeit.
5. Vor der Montage messen
Nach freigegebenem Ablauf abkühlen, Messzeit und Temperatur notieren. Ebenheit, Außenmaße, Lochmitten/-durchmesser, Schraubdome und Deckeleingriff mit Zeichnung vergleichen. Vor/nach Stützentfernung und Nacharbeit prüfen. Breiter Unterrand kann Erstschichtaufweitung sein. Treten Risse erst beim Verschrauben auf, Ausrichtung, Dome und vorgeschriebene Montage vor Temperaturänderungen untersuchen. Keine universelle Passluft oder Schrumpfquote verwenden.
6. Repräsentative Probe planen
Abschnitt mit echter Ecke, Wandübergang, Dom und Deckelmerkmal drucken. Vollständiges Muster für die finale Passprüfung behalten: kleine Proben belegen kein Verhalten großer Grundflächen. Ausgangsprofil speichern, Einzelfaktor verändern und gekoppelte Änderungen protokollieren. Druckrichtung, Wände und Nacharbeit wie vorgesehen ausführen; Fehlversuche behalten.
7. Abnahme dokumentieren
Kriterien vorab vereinbaren. Fotos, Messwerte, Prozessstand, Ergebnis und Prüfer erfassen. Vorgesehene Montage und Anwendungsprüfungen wiederholen; beste Aufnahme allein genügt nicht. Optik, Funktion und Umwelteignung getrennt freigeben. Ungeprüfte Anforderungen offenlassen.
| Abnahmepunkt | Protokoll und Kriterien |
|---|---|
| Geometrie | Abgekühlte Ebenheit, Außenmaße, Bohrungen, Zeichnungstoleranzen |
| Schichten und Oberfläche | Risse, Extrusionslücken, Stützschäden, visuelle Referenz |
| Montage | Deckel, Befestigung, Dome, tatsächliche Montagefolge |
| Prozess | Sorte/Farbe/Charge, Maschine/Düse, Profil, Konditionierung, Nacharbeit |
| Freigabe und Änderung | Bestanden/nicht bestanden/offen, Prüfer/Datum, Muster, Nachprüfungen |
8. Diagnose mit Bestellung verbinden
WJ Sorte/SKU, Farbe, Zeichnungsstand, Maschine/Düse, Profil, Konditionierung und Nacharbeit mit physischer Referenz oder vereinbartem Muster nennen. Fehler und Nachweisanforderungen beschreiben. Bei Material-, Farb-, Geometrie- oder Prozesswechsel betroffene Prüfungen wiederholen. WJ-Wärmeleitfaden zur Vorauswahl nutzen; Außenlebensdauer, Dichtheit, Elektrik und Wärmelast benötigen eigene Nachweise. Keine neuen Ausbeute-, Festigkeits-, Genauigkeits- oder Kompatibilitätsergebnisse werden behauptet.
Einkaufshinweise
| Sorte | Genaue ABS- oder ASA-Sorte, Farbe, Charge und aktuelles TDS. |
|---|---|
| Fehler | Foto und erste betroffene Schicht beziehungsweise Zeitpunkt speichern |
| Muster | Fehlerphase bestimmen, danach abgekühlte Maße und Montage am repräsentativen Muster freigeben. |
| Freigabe | Kriterien vorab vereinbaren |